Arbeitsmarktsituation

Fröhlicher Nonkonformismus


jobsuche50+_minardi_kreativbewerbungEine junge Kommunikationsexpertin in Leipzig gibt sich nicht mit den klassischen Instrumenten der Arbeitssuche zufrieden, sondern ergreift drastischere Maßnahmen. Sie bietet ihre Arbeitskraft großflächig im öffentlichen Raum an, hat eine Bewerbungshomepage erstellt und betreibt eine Facebook-Seite mit dem Titel Chef mit Job gesucht. Chapeau für diese Idee und die professionelle Umsetzung!

Es gibt sehr viele kreative Möglichkeiten, wie man sich bewerben, für sich Werbung machen kann. Nonkonformismus gehört für mich zu den Tugenden eines sinnvollen Lebens, aber wie sehen das Unternehmen, die MitarbeiterInnen suchen? Wer sich nicht an die Vorschriften hält, sich nicht in ein Schema pressen lässt, ist nicht messbar und somit für das System nicht fassbar. So schaut’s aus!

jobsuche50+_minardi_eigenschaften_studieIn Jobangeboten wird fast immer die Fähigkeit zum „eigenverantwortlichen“ oder „selbständigen“ Arbeiten gefordert. Aber wollen die Firmen das wirklich? Eine Studie der Fernuniversität Hagen, die ich auch auf nämlicher Facebook-Seite gefunden habe, besagt, dass Selbstbewusstsein und anders Denken (Weicht vom Trend ab) zu den fünf am wenigsten geschätzten Eigenschaften von Mitarbeitern gehören. Mich hat schier entsetzt, dass auch Fröhlichkeit dazugehört. Ja um Himmels Willen, darf die Arbeit denn keinen Spaß machen? Darf man sich nicht unter seinen Kollegen und Kolleginnen wohl fühlen? Die unsägliche Trennung in Arbeit und Leben, die uns seit Jahren durch das Unwort Work-Life-Balance unbarmherzig eingehämmert wird, hat offenbar seine unheilvolle Wirkung getan und Arbeit und Leben als unvereinbare Gegensätze dargestellt.

Dafür gibt es leider auch einen lebenden Beweis. Eine ehemalige Mitarbeiterin hat mir kürzlich erzählt, dass Lachen und Plaudern im Büro vom Chef unerwünscht sei. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was diese Maßnahme für die Qualität des Kundenkontaktes oder auf lange Sicht für die Gesundheit der Teammitglieder bedeutet.

Und was findet man auf der Homepage des Konzerns? „Wussten Sie, dass unser stärkster Antrieb der Mensch ist?“ „Qualifizierte, motivierte und engagierte Mitarbeiter sind die Basis und der Motor unseres Erfolgs.“ Das Wort „motiviert“ ist in diesem Fall mehr als eine Worthülse, es ist eigentlich zutiefst höhnisch! Trotzdem lasse ich mir Fröhlichkeit, positives Denken und Optimismus nicht ausreden! Kann sein, dass ich mir mit meinem Blog bei der Arbeitssuche schade, denn jeder potentielle Chef oder jede zukünftige Vorgesetzte kann nachlesen, wie ich ticke und dass ich mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg halte.

Genauso ist aber auch zu erkennen, dass ich eine engagierte Frau bin, die nach mittlerweile 145 Bewerbungen immer noch um ihren Platz im Berufsleben kämpft, die nicht aufgibt, auch wenn es mal schwierig wird, die sich weiterbildet und nicht auf irgendwelchen Lorbeeren ausruht. Ich hätte mir für meine Firma Mitarbeiterinnen gewünscht, die mitdenken und Vorschläge machen, die Dinge anpacken und nicht nur auf Befehl von oben warten. War ich mit meinen Ansprüchen allein auf weiter Flur?

Werde ich nach einigen Monaten in einem neuen Job mit Wehmut an die „glückliche“ Zeit der Jobsuche zurückdenken, weil ich da lachen durfte, wenn mir danach war? Ich glaube nicht, denn es gibt auch andere Arbeitgeber, davon bin ich überzeugt!

Fröhliche Ostergrüße und viel Optimismus – jetzt erst recht! 😉
sendet Euch
Roswitha

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