Netzwerken

Zusammen ist man weniger allein


Sich allein, alleingelassen fühlen, das kommt schon mal vor. Vor allem, wenn’s mal eng wird, wenn man hilfe braucht, sind wohlmeinende menschen ein segen. Menschen, die hilfestellung geben, die ideen haben, wie’s weitergehen kann. Die einfach mal klartext reden, auch wenn die wahrheit unangenehm ist. Im idealfall nennt man diese menschen freunde. Doch auch die besten freunde haben beschränkte kapazitäten, können nicht uneingeschränkt und überall unter die arme greifen. Dann ist es gut, wenn man sich auf ein solides netzwerk verlassen kann.

„Als Netzwerke werden Systeme bezeichnet, deren zugrundeliegende Struktur sich mathematisch als Graph modellieren lässt und die über Mechanismen zu ihrer Organisation verfügen. Der Graph besteht aus einer Menge von Elementen (…), die mittels Verbindungen (…) miteinander verbunden sind.“ [Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerk]
Brrr, das klingt ziemlich unterkühlt und theoretisch. Worum geht’s eigentlich?

jobsuche50+_minardi_netzwerkJeder spricht heute über netzwerke, ist selbst ein „element“ eines oder mehrerer solcher systeme. Waren diese bis vor einigen jahren im businesskontext hauptsächlich ehrfucht einflößende, exklusive zirkel, vor allem netzwerke wie die Rotarier, der Lions Club oder gar die legendären logen der Freimaurer, so bildeten sich im letzten jahrzehnt unter verwendung der neuen technologien zahllose virtuelle netzwerke. Menschen, die sich nie zuvor begegnet waren, konnten sich vernetzen, ideen austauschen, gemeinsame interessen entdecken und projekte entwickeln. Die bekanntesten im deutschsprachigen raum auf business-ebene sind zweifellos Xing und LinkedIn. Auch analoge organsiationen wie alumni-netzwerke, akademische zirkel, der stammtisch oder die sportvereine sind im geschäftlichen bereich förderlich. Man denke nur an das klischee der vertragsabschlüsse am golfplatz. Mittlerweile ist das angebot vor allem im internet unüberschaubar geworden.

Doch was bringen sie wirklich? Sind sie gerade dann hilfreich, wenn man ein gutes netzwerk braucht? Ein klares JEIN. Es bedarf gewisser voraussetzungen, um in den genuss von unterstützung zu kommen.

Systemische energie verhält sich ganz genauso wie alle physikalischen energieformen: sie entsteht nicht, sondern kann nur umgewandelt werden. Manus manum lavat, sagte schon der alte Seneca. Eine hand wäscht die andere. – Bitte nicht falsch verstehen, das ist kein aufruf zu zwielichtigen geschäften und freunderlwirtschaft. Diese zitat ist ja über die jahrtausende ein wenig in verruf geraten. Ein gelernter österreicher, wer böses dabei denkt! 😉

Im weitesten sinne bedeutet es aber, dass man erst etwas in das system investieren muss, bevor man daraus entnehmen kann. Wer nur als karteileiche in einem netzwerk existiert, braucht sich nicht wundern, warum ihn niemand kontaktiert oder gar zu hilfe eilt, wenn er darum bittet. Das ist schlicht und einfach ein naturgesetz bei losen, nicht-familiären bindungen auf augenhöhe, und in unserem sozialverhalten verankert. Sich immer wieder – hoffentlich positiv! – in erinnerung rufen ist ein ganz wichtiger aspekt. Nur dann bleibt man im kollektiven gedächtnis eines systems.

Dazu kommt, dass jemand, der eine empfehlung gibt, wissen muss, wen er da einem potenziellen arbeitgeber oder kooperationspartner ans herz legt. Schließlich kann es auch auf den vermittler zurückfallen, wenn die sache schief läuft. Ein negatives: „Wenn hast mir denn da geschickt!“ ist keine reaktion, die man nach einer empfehlung gerne hört. „Danke, dass Du uns diese person empfohlen hast. Sie bereichert unser team.“ Damit kann sich auch der vermittler einen stern an die brust heften und alle freut’s.

Engagement im netzwerk kann man auch als arbeitsprobe sehen. Werden vereinbarte termine eingehalten? Wird jemand als aktive initiatorin wahrgenommen? Wer ist eher der vorsichtige analyst, der vor einer entscheidung alle risiken sorgfältig abwägt? Wer ist eine fixe bank bei den treffen? Auf wen kann man sich verlassen? Ständig wird also nebenbei, oft ganz unbemerkt und automatisch, am image, an der eigenen marke gearbeitet.

In aktiven vereinen und organisationen gibt es die großartige möglichkeit, sich, mehr oder weniger im geschützen bereich, ausprobieren zu können. Vielleicht gibt es kompetenzen, die im berufsleben nicht eingesetzt werden, in der netzwerkarbeit aber ausgelebt und erweitert werden können? Nicht jeder vereinskassier ist im „echten leben“ ein buchhalter und nicht jede PR-verantwortliche arbeitet als journalistin. Die funktion wird aber mit freude ausgefüllt, weil man immer gerne finanzen gemanagt oder früher schon für die schülerzeitung artikel verfasst hat. Die investition von zeitlichen und persönlichen ressourcen ist somit nicht einseitig oder nur langfristig zu sehen, sondern bringt auch einen unmittelbaren, positiven effekt für die persönliche weiterentwicklung.

?????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????Wie man in den wald hineinruft, so schallt es zurück. Und wenn die antwort nach einem ruf um unterstützung vielstimmig zurückkommt, dann hat man einiges richtig gemacht.

 

Vernetzten gruß
Roswitha

http://karrierebibel.de/netter-worken-45-tipps-fuer-besseres-netzwerken/
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Networking.shtml

Fotos:
© Creative Commons bealla  © 2012
© Chaoss | Dreamstime.com

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