Bewerbung

Eh klar! Oder? – Vorbereitung auf’s Bewerbungsgespräch Teil 1


Regel Nr. 1: Bewerbungsunterlagen

Bewerbung schreibenEs gab mal eine zeit, in der es hieß, der lebenslauf sei ausschließlich handschriftlich zu erstellen. Seither hat sich viel geändert. Wenn man schon länger nicht in der situation war, dass man sich über bewerbungen gedanken machen musste, sieht man sich vielen offenen fragen gegenüber. Ja, es gibt sie noch, die klassische bewerbungsmappe, wenn auch in den meisten fällen heute in virtueller form. Genauso, wie sich das prozedere der bewerbung an sich durch die elektronischen medien massiv verändert hat. Angebote werden kaum noch ausschließlich in den karriere-beilagen von zeitungen veröffentlicht, sondern in vielen fällen gleich auf mehreren online-jobbörsen. Einige davon sind karriere.at , StepStone.at , monster.at aber auch auf social media plattformen wie Xing oder LinkedIn findet man qualitativ hochwertige jobangebote.

Viele bewerbungen laufen heute über personalbüros und headhunter, die meisten haben eine bewerberplattform, auf der man seinen lebenslauf eingeben und weitere unterlagen hochladen kann. Hier sind die strukturen klar vorgegeben und für eine rasche filterung der daten optimiert. Jedoch gelten für anschreiben auch hier die anforderungen, die gleich beschrieben werden, auch wenn man das unternehmen, bei dem man sich bewirbt, oft nicht kennt.

Das Anschreiben

Etwas spezieller als bei unterlagen für die personalfimen wird es bei bewerbungen, die direkt ans unternehmen geschickt werden. Hier sollte man sich im anschreiben dem stil der branche anpassen bzw. dem level der position, für die man sich bewirbt. Der stil des jobinserates verrät schon einiges über die herrschende unternehmenskultur. Wird einem eine position in einem „sehr sympathischen unternehmen“ schmackhaft gemacht, das einen „bodenständigen charakter“ als mitarbeiterIn sucht, so kann man ohne weiteres davon ausgehen, dass ein lockerer, menschlicher umgang miteinander gepflogen wird.

Werden andererseits überwiegend schlagwörter angewandt, um die anforderungen an die persönlichkeit zu beschreiben – soziale kompetenz, führungsstärke, zielorientierung – hat man sicher mit einem eher technokratischen bzw. hierarchisch strukturiertem arbeitsumfeld zu tun.

Schlagwörter sind überhaupt so ein thema: wie sehr soll man sich auf ihre verwendung einlassen? Ich persönlich versuche einerseits auf die atmosphäre der ausschreibung einzugehen, jedoch ohne meinen persönlichen stil zu verbiegen. Die verwendung von allzu vielen keywords lässt überdies die bewerbung sehr oberflächlich geraten. Trau Dich, Deine persönlichkeit durchscheinen zu lassen! Das hebt Dich von anderen mitbewerberInnen ab. Vor dem absenden muss man zu 100% zufrieden mit dem ergebnis sein. Besser ist es, das anschreiben eine weile beiseite zu legen und nach ein paar stunden oder am nächsten tag nochmal drüberzugehen, bevor man es abschickt.

Schreibe ich meine gehaltsvorstellungen ins anschreiben? Nur, wenn es ausdrücklich gewünscht ist. Die profis raten, das das thema geld für das persönliche vorstellungsgespräch aufzubehalten.

Der Lebenslauf

Das nächste essenzielle dokument ist natürlich der lebenslauf, bei dem ebenfalls viele unsicherheiten auftreten. Wie soll er aussehen? Eher formell oder mehr individuell? Wie viel information soll er enthalten, wie sehr gehe ich bei meinen einzelnen stationen ins detail? Generell gilt: keep it short and simple. Die übersichtlichkeit ist das A und O. Wenige stichworte reichen im normalfall aus. Man braucht ja auch noch etwas, das man beim vorstellungsgespräch präsentieren kann. Dort ist dann die richtige plattform, um seine vergangenen ruhmestaten und erfolge im detail zu präsentieren.

SelfieÜber den stil von bewerbungsfotos sollte eigentlich klarheit herrschen, doch sind mir in meinem arbeitsleben immer wieder mal selfies oder bilder in unpassendem ambiente auf lebensläufen ins auge gesprungen. Auch wenn man den strand oder das lokal im hintergrund nicht mehr sieht: das gesicht verrät, in welchem umfeld das bild zustande kam. Ernsthafte bewerbung verlangt ernsthaftes engagement und da ist der weg zu einem professionellen fotografen, am besten noch fesch gemacht und passend gekleidet, nicht zuviel verlangt.

Fast hätte ich’s vergessen: KEINE RECHTSCHREIBFEHLER! Weder im anschreiben, noch im lebenslauf und auch nicht in einer kurzen email. Auch die namen der ansprechpartner besser fünf mal kontrollieren. Hier fehler zu machen ist ein absolutes k.o.-kriterium. (Um an dieser stelle fragen zuvor zu kommen: selbstverständlich halte ich mich in meinen Bewerbungsunterlagen an die geltende deutsche Rechtschreibung und wende die Großschreibung an.)

Worauf kommt es also an?

  • KEINE RECHTSCHREIBFEHLER!
  • Übersichtlichkeit: der lebenslauf muss klar strukturiert sein
  • Das anschreiben individuell auf die stelle zuschneiden. Website des unternehmens, wenn bekannt, recherchieren (philosophie, unternehmensstruktur, produktportfolio, …)
  • Maßvoller einsatz von schlagwörtern
  • Professionelles bewerbungsfoto mit positiver ausstrahlung

Die erstellung von bewerbungen ist harte arbeit! In der regel sitze ich eineinhalb bis zwei stunden bei einer bewerbung. Mit der zeit wird man natürlich etwas routinierter und nach einigen bewerbungen sind auch die vorlagen schon auf dem neuesten stand, aber das einlesen in das unternehmen, die stellenausschreibung und die identifikation mit dem angebot braucht seine zeit. Sei dir bei jeder bewerbung, und wenn es die 79. ist, bewusst, dass du genau diesen job willst und investiere deine zeit und energie entsprechend. Dein engagement spürt man schon, bevor man mit dir überhaupt ein persönliches wort gewechselt hat. Ein insidertrick ist es auch, sich nicht in der lieblingscouchlümmelschlabberhose und noch vor der morgentoilette mit zerzausten haaren vor den computer zusetzen. Bereite dich für deine bewerbung daheim so vor, als ob du ins büro oder in die arbeit gehen würdest. Das äußere bestimmt die innere einstellung und macht die arbeit dadurch um so viel leichter und das ergebnis besser!

So, entschuldige mich bitte, jetzt gehe ich die nächste bewerbung an.
Bis bald
Roswitha

Weitere links zum Thema:
www.karriere.at/blog/bewerbung-unterlagen.html
http://richtig-bewerben.org/
http://www.karriere.at/c/lebenslauf

Hier sind gute tipps von experten zum thema soft skills und schlagwörter:
StepStone Newsletter Juni 2014: Soft skills im lebenslauf

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