Bewerbung

Gibt es eine zweite Chance für den ersten Eindruck?


Der beitrag „Lass Dich nicht hängen“ beschäftigt sich mit der wirksamkeit der körpersprache. Was vermitteln wir durch unsere haltung, wie können wir unser selbst-bewusstsein beeinflussen? Im empfohlenen video war die rede davon, dass der inhalt des gespräches offenbar gar nicht so eminent wichtig ist, wie wir immer glauben. Eine studie des psychologen Albert Mehrabian aus dem jahre 1971 verteilt die anteile von körpersprache, wirkung der stimme und inhalt sogar wie folgt:

MehrabianInhalt nur 7 %? Na, wenn’s eh wurscht is‘?! Gute nachricht! Dann reicht es ja, wenn ich zum vorstellungsgespräch einrausche wie einer der drei engel für charlie und einen starken auftritt hinlege. Noch ein wenig stimmtraining vorher – wie’s geht hat man ja auch bei „Die eiserne Lady“ im kino gesehen. Und dann kann ja nix mehr schiefgehen, oder?

Aber halt: 38% stimme, das heißt ja, ich muss auch was sagen. Verflixt, doch nicht so easy wie ich dachte!

Natürlich muss ich meine inhalte transportieren. Ich muss meinem interviewpartner verbal mitteilen, über welche kompetenzen ich verfüge, was ich in die firma einbringe und warum nur ich allein die richtige wahl für diese position bin. Ich muss meine kommunikativen fähigkeiten unter beweis stellen. Die studie aus 1971 sagt uns nichts anderes, als dass das gesamtpaket stimmen muss und dass auf der anderen seite des tisches auch nur ein mensch sitzt. Wie mächtig er mir auch immer in diesem moment erscheinen mag. Schließlich hat er es in der hand, den daumen für meine zukunft zu heben oder zu senken. Doch beim genauen hinsehen ist der mensch mir gegenüber gar nicht der wichtigste. Die wichtigste Person in diesem szenario bin ich! Ich und meine überzeugung, dass ich die richtige für diesen job bin. Und zwar die EINZIG richtige! Also muss ich alles tun, um diese botschaft klar und unmissverständlich rüberzubringen. Und das mit allen (erlaubten ;-)) mitteln.

Um dieses „menschssein“ noch besser zu verstehen, machen wir noch einen kleinen exkurs in die moderne hirnforschung . Diese besagt, dass der mensch in einer zehntelsekunde entscheidet, ob ihm sein gegenüber sympathisch ist oder nicht. Die theorie des homo oekonomikus hat zwar im letzten jahrhundert versucht zu beweisen, dass entscheidungen, vor allem im geschäftlichen kontext, rein rational getroffen werden, jedoch wurde dies in den letzten jahren durch die forschung gründlich widerlegt. Auch das vielzitierte „bauchgefühl“ kommt direkt aus unserem gehirn. Die entscheidung „flucht“ oder „angriff“, „mag ich“ oder „mag ich nicht“ wird von unserem gehin getroffen, bevor überhaupt noch ein rationaler gedanke entstehen kann.

Was ist also die quintessenz aus diesen erkenntnissen?

„Es gibt keine zweite chance für den ersten eindruck“.

Dieses bekannte zitat sagt alles über die wichtigkeit der guten vorbereitung auf ein bewerbungsgespräch aus. Was alles zu diesen vorbereitungen dazugehört, was unter dem erwähnten „mit allen mitteln“ zu verstehen ist, kannst Du in den beiträgen in der kategorie „Bewerbung“ nachlesen (link).

Bis bald und mach einen guten eindruck!
Roswitha

PS: Ein interessanter artikel zu diesem thema:  www.welt.de/gesundheit/psychologie/article114446800/Der-erste-Eindruck-bleibt-weil-er-stimmt.html

StrudelwurmUnd zur unterhaltsamen lektüre über hirnforschung, den ursprung unserer diffusen ängste und des bauchgefühls kann ich Maja Storch „Machen Sie doch, was Sie wollen! Wie ein Strudelwurm den Weg zu Zufriedenheit und Freiheit zeigt“ empfehlen.

 

Advertisements

Ich lese gerne Deine meinung.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s